Testbericht Olympus OM-D E-M10



olympus omd em101. Design und Ausstattung

Die E-M 10 ist unverkennbar eine Kamera aus der OM-D Serie. Ausgeprägte Kanten und harte Linien im Retrostil mischen sich mit einer exzellenten Verarbeitung. Die Kamera fühlt sich sehr wertig an und im Gegensatz zum Vor-gänger der E-M 5 sind die Knöpfe wesentlich fester und angenehmer in der Benutzung. Die Vielzahl an Bedienelementen lassen sich hervorragend steuern und runden den sehr guten Haptik-Eindruck ab.

Trotz ihrer kleinen Größe lässt sich die E-M 10 aufgrund des unscheinbaren, aber deutlich fühlbaren kleinen Griffs, sicher und angenehm halten. Zusätzliche Stabilität verleiht die geriffelte Daumenablage auf der Rückseite.
hinten
Von hinten betrachtet, erkennt man auf den ersten Blick das hochauflösende und klappbare 3“ Display mit 1.040.000 Pixeln und Touch-Unterstützung. Direkt über dem Bildschirm ist der integrierte elektronische Sucher verbaut, der mit 1.4 Millionen Pixeln auflöst und in der Praxis nach einer kurzen Eingewöhnung sehr gute Ergebnisse liefert. Die Touchfunktion der Kamera funktioniert gewohnt gut. Sei es, um über den Bildschirm schnell und sicher den Fokuspunkt festzulegen oder um schnellen Zugriff auf möglichst viele Funktionen zu erlangen, alle diese Aufgaben werden problemlos erledigt.

Auf gleicher Höhe des Suchers findet der integrierte Blitz Platz, der durch einen kleinen Knopf an der linken Seite des Suchers manuell aktiviert werden muss. Neben dem Bildschirm auf der rechten Seite befindet sich das 4-Wege-Kreuz, dessen einzelne Punkte neben voreingestellten Funktionen auch teilweise individualisiert werden können.

Der An/Aus Schalter befindet sich an ungewohnter und in der Praxis auch etwas ungünstiger Stellung am unteren rechten Rand der Kamera in Form eines Wippschalters. In unmittelbarer Nähe des Kreuzes befinden sich weiterhin die Elemente in Knopfform für die Info-Anzeige auf dem Display, dem Löschen von Bildern im Playback-Modus und die Menütaste. Oberhalb der Daumenablage sind weitere zwei Tasten verbaut. Die eine Taste belegt die individuell programmierbare Fn1-Funktion und die andere lässt die Kamera in den Playback-Modus wechseln.
oben
Aus der Vogelperspektive betrachtet, fällt neben dem verfügbaren Adapter für externe Blitze gleich ein besonderes Merkmal ins Auge. Die Olympus OM-D verfügt über zwei vollwertige Wahlräder. Beide Räder sind von hoher Verarbeitungsqualität und fest genug, um nicht versehentlich bedient zu werden. Je nach Modus, sind die Räder für die unterschiedlichsten Funktionen vorprogrammiert, bzw. individuell einstellbar. Eine zweite Fn-Taste findet auf dieser Seite der Kamera ebenso Platz wie die Direkt-Taste für die Videoaufnahmen. schrägoben

Links findet man das gewöhnliche Moduswahlrad, um zwischen den verschiedenen Aufnahmemodi zu wechseln. Neben den Automatikprogrammen und kompletter manueller Belichtung kann auch ein dezidierter Videomodus angewählt werden. Zusätzlich wird eine Vielzahl an Szenen- und Art-Filter-Variationen zur Verfügung gestellt.

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Die Olympus E-M 10 verfügt über einen integrierten Bildstabilisator, der im Gegensatz zum Vorgänger nur auf 3 Achsen ausgelegt ist und nicht dem viel gelobten Konzept des 5 Achsen Stabilisators der E-M 5 folgt. In der Praxis liefert die E-M 10 mit ihrem Bildstabilisator nahezu gleichwertige Ergebnisse. Leider ist auch bei diesen Stabilisator im Betrieb ohne Umgebungsgeräusche ein unaufdringliches aber deutliches Summen zu vernehmen.

2. Bildqualität

Die Olympus OM-D E-M 10 hat einen 16 Megapixel Sensor im Micro Four Thirds Format verbaut. Dieser ist gemeinsam mit der neuen TruePic VII Engine verantwortlich für die Bildqualität des Gehäuses.

Im Bereich Bildqualität kann der neuste Spross der OM-D-Reihe durch die Bank weg überzeugen. Die olympustypische Farbdarstellung begeistert den Anwender durch natürliche und gut saturierte Farben.
klappdisplay
Das Rauschverhalten liegt auf sehr hohem Niveau und kann mittlerweile auch mit der Konkurrenz mithalten. Bis ISO 3200 ist kaum störendes Farbrauschen ersichtlich. Die Scharfzeichnung ist in den Standardeinstellungen für unseren Geschmack etwas weich, dies kann aber über die Menüeinstellungen behoben werden. Einen großen Sprung nach vorn machen auch die Detaildarstellung und der Dynamikumfang.

Ein weiterer Vorteil des neuen Prozessors ist die automatische Korrektur von chromatischen Aberrationen, über die sich der Nutzer somit keine Gedanken mehr machen muss. Die Kamera nimmt Bilddateien im JPEG- und Raw-Format auf, so dass Freunde der digitalen Nachbearbeitung sich vollends ausleben können.

Der integrierte Blitz bringt ordentliche Ergebnisse auf den Tisch, allerdings muss man je nach Objektiv und Brennweite mit Abschattungen rechnen.

Die OM-D kann Videos mit einer Auflösung in Full HD und bis zu 30 Bildern pro Sekunde wiedergeben. Die Qualität der Videos ist gut, wenngleich auch etwas weich und im direkten Wettbewerb etwas schwächer als die Konkurrenz. Der Bildstabilisator ist sehr hilfreich und der kontinuierliche Autofokus verrichtet zuverlässig, allerdings teilweise sehr gemächlich, seine Arbeit.

Insgesamt entwickelt die OM-D E-M 10 ihre Leistung im Bereich Bildqualität konsequent weiter und zählt damit zu den besten Ihrer Art.

3. Performance

Der kontrastbasierte Autofokus der E-M 10 lässt keine Wünsche offen und findet schnell und sicher sein Ziel. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen funktioniert der Autofokus überdurchschnittlich gut. Die Bildfolgezeiten sind extrem gering, selbst bei gleichzeitiger Aufnahme von JPEG- und Raw-Dateien.
seite
Die Startzeit der Kamera von rund einer Sekunde kann sich sehen lassen und auch im Bereich der Serienbildgeschwindigkeit liegt die OM-D mit knapp acht Sekunden im Spitzenfeld.

Das Durchblättern der Menüs, aufgenommenen Bildern und das Bedienen der Knöpfe und Tasten erfolgt verzögerungsfrei und flüssig. Der eingebaute Augensensor, der zwischen Sucher und Display umschaltet, reagiert zuverlässig und nicht zu sensibel.

Die Olympus E-M10 ist eine durchweg performante Kamera, die kaum Platz für Kritik lässt und sich somit auch in dieser Kategorie an die Spitze katapultiert.

4. Sonstige Merkmale

Die Akkudauer ist mit 320 Bildern pro Ladung laut CIPA Standard nicht rekordverdächtig, liegt aber gut im Durchschnitt.

Die integrierte WLAN Funktion konnte in der Praxis durch die einfache installation und die vielen Möglichkeiten überzeugen. Durch diese Funktion lässt sich nahezu jedes Smartphone als Fernauslöser nutzen und Bilder können unkompliziert per Social Media geteilt werden.

Die OM-D verfügt über einen HDR-Modus und viele Belichtungsreihen. Neben Belichtungsreihen zu Weißabgleich und Belichtung gibt es auch die Möglichkeit alle Art Filter in einem Schwung anzuwenden. Insgesatm hat die OM-D E-M 10 noch viele Softwaretricks auf Lager, wie beispielsweise die Funktion Live Exposure, wobei der Nutzer bei einer Langzeitbelichtung ein Livebild der sich entwickelten Aufnahme zu sehen bekommt.

5.Fazit

Die Olympus OM-D E-M10 begeistert in nahezu jeder Disziplin. Man muss schon sehr genau hinschauen, um die Negativpunkte dieses Meisterwerks zu entdecken. In unserem Fall hätten wir uns über eine etwas bessere Videoqualität gefreut und auch die ein oder andere zusätzliche Taste für individuelle Einstellungen hätten wir gern in Empfang genommen.

Das allerdings ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Die Olympus macht ansonsten alles richtig. Exzellente Bildqualität in einem kleinen Gehäuse mit hervorragender Haptik, schnelle Performance und umfangreiche Ausstattung sorgen dafür, dass die Olympus E-M 10 den ersten Platz unserer Bestenliste einnimmt.

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