Testbericht Olympus OM-D-EM5, EM-5, EM 5, OMD EM5

Testbericht Olympus OM-D EM-5
1. Design und Ausstattung

Olympus neues Flaggschiff im Bereich der spiegellosen Systemkameras ist da und gesellt sich zu ihren bereits sehr erfolgreichen PEN-Schwestermodellen. Die Olympus OM-D E-M5 gibt sich zurückhaltend im Retro-Look und erinnert stark an die OM-D 4 aus dem Jahre 1984. Trotz äußerlicher Ähnlichkeiten einer bald 30 Jahre alten Kamera braucht sich die OM-D weder vom Design noch von ihren inneren Werten her vor der aktuellen Konkurrenz verstecken. Die Kamera mag auf den ersten Blick groß erscheinen, in der Realität ist sie allerdings unwahrscheinlich klein. Mit Abmaßen von 122x89x43mm wird die OM-D zwar schwer in eine Jeanstasche passen, aber je nach Objektiv reicht eine Jacken- oder kleine Fototasche für den Transport. Das Gehäuse ist sehr wertig verarbeitet, mit einer Magnesiumbeschichtung versehen und strotzt durch die Wetterversiegelung auch bei strömendem Regen der Witterung.Olympus OM-D-EM5

Das Bedienkonzept der Olympus ist gut durchdacht und bietet sehr viele direkte und individualisierbare Einstellmöglichkeiten. Auf der Oberseite finden wir zwei Wahlräder aus Metall, die einen festen Druckpunkt und gute Erreichbarkeit bieten, den Knopf für den Filmmodus, eine frei belegbare Funktionstaste und das Modusrad. Externe Blitze können ebenfalls auf dem integrierten Hot-Shoe angebracht werden. Ein kleiner externer Blitz liegt dem Lieferumfang bei. Neben den 4-Wege-Tasten finden wir auf der Rückseite vier weitere Knöpfe, von denen wiederum einer ein frei programmierbarer Funktionknopf ist. Interessant ist die Möglichkeit, das 4-Wege-Kreuz für unterschiedliche Funktionen zu nutzen oder zum Festlegen des Fokuspunktes. Über diese Lösung werden Nutzer, die den eingebauten Sucher öfters nutzen, sehr dankbar sein. An dieser Stelle zeichnet sich bereits ab, wie stark sich die Olympus OM-D an die eigenen Wünsche anpassen lässt.

In Sachen Handling zeigt sich, dass die geringe Größe teilweise Ihren Tribut fordert. Viele Knöpfe sind sehr klein geraten und mindestens gewöhnungsbedürftig. Der minimalistische Handgriff auf der linken Seite ist sehr klein ausgefallen und trägt wenig dazu bei, einem einen sicheren „Halt“ zu geben. Abhilfe schafft hier zum Glück der optional erhältliche und exzellente Batteriegriff. Durch diesen wird die OM-D ein gutes Stück größer und wesentlich sicherer und komfortabler beim Halten in der Hand.Olympus OM-D_EM5 Display

Für die Komposition können entweder der integrierte Sucher oder das rückwärtige Klappdisplay genutzt werden. Der Sucher löst mit 1.44 Millionen Pixel auf und zeichnet sich durch guten Kontrast und eine angenehme Größe aus. Das Sichtfeld des Suchers beträgt 100% und die OM-D ist mit einem Augensensor ausgestattet, der automatisch zwischen Sucher und Display wechselt. Das mit 614.000 Pixeln auflösende Klappdisplay überzeugt durch gute Qualität und begeistert durch seine Berührungsempfindlichkeit. Sie können mit der EM-5 nicht nur per Fingerdruck fokussieren, sondern, wenn gewünscht, auch gleich auslösen.

Eine Weltneuheit ist der neue 5 Achsen Bildstabilisator, der erstmals in der OM-D verbaut wurde. Der Stabilisator arbeitet effektiv und bleibt auch beim Umschalten in den Filmmodus erhalten. Die neue Technik zur Bildstabilisierung bringt einen Nachteil mit sich, sie ist recht laut. Die Kamera produziert ein permanentes Summen, das im Alltag untergeht, in ruhigen, geschlossenen Räumen jedoch hörbar ist.

2. Bildqualität

Die Olympus OM-D nutzt den gleichen 16 Megapixel Sensor, der bereits bei der Panasonic Lumix G3 überzeugt hat und paart diesen mit dem neusten truepic-Prozessor aus dem Hause Olympus. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und die EM-5 braucht trotz Ihres kleineren Sensors (17.3x13mm) den Vergleich zu aktuellen Systemkameras mit APS-C Sensoren (23.7mmx15.7mm) nicht zu scheuen.

Ein deutlich verbesserter Dynamikumfang und ein sehr gutes Rauschverhalten schließen die bisherige Lücke zu Konkurrenzprodukten mit großen Sensoren. Bei guten Lichtverhältnissen ist Bildrauschen kein Thema bis ISO 1600 und in dunklen Umgebungen bis ISO 800. Auch in den darüberliegenden Bereichen produziert die Olympus OM-D erstaunlich gute Ergebnisse und macht dem bisherigen Low-Light-König Sony NEX 5N seinen Thron streitig.Olympus OM-D-EM5 von hinten

Die Olympus produziert mit ihrer JPEG-Engine angenehme und gut gesättigte Farben und durch die Möglichkeit zur Rohaufnahme sind nachträglichen Wünschen keine Grenzen gesetzt. Die Detailauflösung erreicht gute Werte, liegt aber etwas hinter aktuellen Konkurrenzprodukten zurück. Ein typisches Merkmal vergangener Four Thirds Modelle war der Hang zur Überbelichtung. Glücklicherweise kann die OM-D sich auch von dieser alten Tradition trennen.

Filme kann die OM-D in Full-HD-Auflösung bei 60 interpolierten Bildern (30bps) aufnehmen. Sie nutzt dafür das H.264 Format, das im Nachgang zu bearbeiten ist. Umgebungston wird in Stereo aufgezeichnet und der 5-Achsen-Bildstabilisator verrichtet auch während einer Filmaufnahme seine Arbeit. Kontinuierliches Fokussieren ist beim Filmen möglich, allerdings kommt es häufiger als es uns lieb wäre zum Nachfokussieren, wodurch das Video dann unruhig wirkt. Die Bildqualität der Videos kann sich allerdings sehen lassen und macht auch bei dunkler Umgebung einen sehr guten Eindruck.

Im Vergleich zu den anderen Modellen der Four Thirds Kameras liegt die Kamera ungeschlagen an der Spitze und im gesamten Testfeld der spiegellosen Systemkameras spielt die Olympus OM-D EM-5 in Bezug auf die Bildqualität ganz weit oben mit.

3. Performance

Die Olympus OM-D EM-5 ist ein absolutes Rennpferd. Nach dem Einschalten der Kamera vergehen gerade mal 1.1 Sekunden, bis die OM-D zum ersten Schuss bereit ist. Die Autofokuszeiten halten nichts Geringeres, als was die Olympus Werbung verspricht: Das schnellste Autofokus-System bei spiegellosen Systemkameras. In normalen Lichtverhältnisse fokussiert die EM-5 fast sofort und auch bei Situationen mit wenig oder schwierigem Licht vergeht nie mehr als eine Sekunde bis der Fokus sitzt. Auch bei schwierigem Licht konnte eine beeindruckende Treffsicherheit des Fokus festgestellt werden. Sehr schnell sind auch die Bildfolgezeiten. Im normalen Modus und selbst mit eingeschalteter Rohaufnahme vergeht nur eine Sekunde zwischen zwei Bildern. Kommt der Blitz dazu, vergehen drei Sekunden bis das nächste Bild aufgenommen werden kann.Olympus OM-D-EM5 von innen

Bei der Serienbildgeschwindigkeit kommt die Olympus auf einen Wert von 15 Bildern bei 8.9 Bildern pro Sekunde. Ist das Limit dann erreicht, hört die Kamera glücklicherweise nicht auf zu schießen, wie viele andere während der Schreibzeiten, sondern reduziert nur das Tempo.

Ein weiters Werbeversprechen kann die Erwartungen allerdings nicht ganz erfüllen. Der Verfolgungsmodus im Autofokus funktioniert zwar besser als bei anderen Kontrast basierten Fokussystemen, bei anspruchsvollen Actionsituationen hat dann aber doch das Phasenerkennungssystem der Spiegelreflexkameras die Nase vorn.

Insgesamt überzeugt die Olympus im Performancebereich durch die schnelle Bildfolgezeit und dem wohl besten Kontrasterkennungs-Autofokus ihrer Klasse.

4. Sonstige Merkmale

Die sogenannten „Art Filter“ sind schon seit Längerem ein Markenzeichen von Olympus und somit auch bei der OM-D vertreten. Die Filter können miteinander kombiniert werden und sogar bei Videoaufnahmen eingesetzt werden. Zu den Filtertypen gehören die üblichen Verdächtigen wie „Cross-Process“, „High-Low Key“, „Soft Focus“, „Sepia“ etc. Ein weiteres interessantes Feature versteckt sich hinter dem „Live Bulb Modus“. Dieser ermöglicht eine permanente Vorschau der aktuellen Belichtung bei Langzeitaufnahmen.

Das neue 12-50mm M.Zuiko Kit Objektiv ist, genau wie der Batteriegriff, auch wetterversiegelt. Das Objektiv ist größer als ein gewöhnliches Kitobjektiv, wartet dafür aber auch mit etwas mehr Brennweite auf und verfügt über eine Makrofunktion. Als Akku wurde bei der OM-D die Lithium Ionen Batterie BLN-1 1 verbaut, der laut CIPA auf 360 Bilder kommt. Der Wert kann nicht mit einer Spiegelreflexkamera mithalten, bei Berücksichtigung des elektronischen Suchers und dem hochauflösenden OLED Display ist das aber ein anständiger Wert.

OM-D-EM5 von oben

5. Fazit

Kaum etwas, was die OM-D nicht richtig macht. Die Bildqualität zeichnet sich durch gutes Rauschverhalten, großen Dynamikumfang und tolle Olympus Farben aus. Im Bereich Performance zählt die EM-5 zu den schnellsten Systemkameras auf dem Markt. Die gute Gehäusequalität mit Wetterversiegelung, frei konfigurierbare Bedienelemente und die exzellente Ausstattung zu der ein integrierter Bildstabilisator, ein elektronischer Sucher und ein hochauflösendes Klappdisplay sichern der Olympus OM-D den ersten Platz unserer Bestenliste und eine uneingeschränkte Empfehlung für Nutzer, die eine Systemkamera der Spitzenklasse suchen.

Geeignet für :

– Käufer mit hohen Ansprüchen an Ausstattung und Bildqualität
– Nutzer die ein schnelles Autofokus-System benötigen (Aufnahmen von Kindern etc.)
– Alle die Ihre Kamera frei konfigurieren möchten und eine Vielzahl an Bedienelementen benötigen
– Interessenten die einen eingebauten Sucher und Stabilisator bevorzugen

Eher nicht geeignet für :

– professionelle Sportfotografie (aufgrund des langsamen Verfolgungsfokus)
– Alle deren Kamera in jede Hosentasche passen muss

Platz 1 (09/12)

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