Testbericht Sony Cybershot RX100, RX-100, RX 100


1. Design und Ausstattung

Die erste Kompaktkamera im High-End-Segment aus dem Hause Sony überrascht den Markt mit einem selbst für Edelkompaktkameras ungewöhnlich großen 1″ Sensor mit unglaublichen 20 Megapixeln. Wie genau sich die verbauten Komponenten im Praxistest schlagen, sehen wir im Verlaufe dieses Testberichts.

Das optisch edel wirkende Aluminium-Gehäuse macht einen sehr wertigen und stabilen Gesamteindruck. Die Oberfläche ist insgesamt sehr glatt und durch das Fehlen eines Griffes liegt die Kamera zuerst sehr unsicher in der Hand. Nach einigem Gebrauch hat man sich aber an das Design gewöhnt und die verbaute Daumen-ablage auf der Hinterseite neben dem Videoknopf sichern den Halt.

 

In der Frontansicht fällt neben der auf den Objektivrand aufgedruckten hohen Lichtstärke von F1.8 im Weitwinkelbereich vor allem der geriffelte Ring um das Objektiv auf. Dieser Bedienring ist sehr willkommen, da die Sony RX 100 im Gegensatz zu vielen anderen Edelkompakten mit externen Bedienelementen eher sparsam umgeht. Glücklicherweise ist der Objektivring sehr gut zu bedienen und kann einer Vielzahl von Funktionen zugeordnet werden, wie zum Beispiel dem Einstellen der Blende, der Verschlusszeit und vielem mehr. Da die Kamera über komplette manuelle Einstellungen verfügt, ist diese zweite schnelle Möglichkeit zum Ändern der Bildparameter neben dem rückwärtigen Drehrad eine wunderbare Lösung, die in der Praxis sehr leicht und schnell zum Ziel führt.

Sonstige Sehenswürdigkeiten in der Frontalansicht sind der Kippschalter zum Bedienen des optischen 3.6fach Zooms und das kleine aber wichtige Hilfslicht, um den Autofokus in schwierigen Lichtsituationen zu unterstützen.

 

In der Vogelperspektive wird einem erneut klar, dass Sony hier auf das „Weniger ist Mehr“-Prinzip setzt und sich mit vielen Knöpfen und Reglern zurückhält. Neben dem Modusrad zum Wählen des Aufnahme-Programms befinden sich nur noch der Auslöseknopf und der kleine Knopf zur Inbetriebnahme der Kamera auf der Oberseite. Ganz links sieht man den Blitz, der sich bei den entsprechenden Bildmodi automatisch ausfährt.

Damit man nicht vergisst, warum man soviel Geld für eine Kompaktkamera auf den Tisch gelegt hat, erfreuen uns auch in dieser Ansicht die Aufdrucke zur Lichtstärke von F1.8 und der effektiven Auflösung von 20 Megapixeln. Ob die Schlagwörter in der Praxis einen Nutzen bringen erfahren wir in Kürze.

Vorherrschendes Merkmal der RX 100 beim Betrachten der Rückseite ist der große 3″-Bildschirm der fest verbaut wurde. Auch wenn der Bildschirm nicht klapp- oder drehbar ist und man auch die Bedienung per Touch-Funktion vermisst, überzeugt das Display durch die sehr hohe Auflösung von 1.228.000 Pixeln und bietet einem auch bei starkem Sonnenlicht eine gute Sichtbarkeit.

Auf der rechten Rückseite sind nahezu alle Bedienelemente untergebracht. Trotz der sparsamen Verwendung von Knöpfen, Wahlrädern und ähnlichen Kontrollmöglichkeiten lässt sich im Praxistest die Kamera sehr flott und logisch bedienen. Dem Fn-Knopf über dem Steuerkreuz können bis zu sieben individuelle Funktionen zugeordnet werden und auch die Funktionen um den 4-Wege-Kontrollknopf können verändert werden. So ergibt sich trotz weniger direkter Elemente ein schlüssiges Bedienkonzept, das überzeugen konnte.

 

2. Bildqualität

Die Sony RX 100 kommt mit einem für Ihre Klasse ungewöhnlich großen 1″ CMOS Sensor mit einer Auflösung von 20 Megapixeln auf den Markt. In der Praxis begeistert die Bildqualität auf ganzer Linie. Aufgrund der hohen Auflösung ist die Detaildarstellung sehr gut, wobei durch den großen Sensor keine Angst vor übermäßigem Rauschen entstehen muss. Das Rauschen ist in der Praxis bis ISO 1600 kaum ersichtlich und zeigt erst ab ISO 3200 deutliche Qualitätsverluste. Der Dynamikumfang ist überdurschnittlich und die RX 100 produziert standardmäßig bereits satte und akkurate Farben bei angenehmer Schärfe.

Durch die sehr hohe Lichtstärke von F1.8 im Weitwinkel sind auch sonst bei Kompaktkameras unübliche Kreativspiele mit der Tiefenschärfe möglich. Schade, dass die Lichtstärke dann bis auf F 4.9 im vollen Tele abfällt. Die RX 100 kann den Brennweitenbereich von 28-100mm im KB-Format abdecken und bietet damit einen 3.6fach optischen Zoom. Glücklicherweise verfügt die Sony auch über den „Clear Zoom Modus“, der den Zoombereich ohne wesentliche Qualitätsverluste auf bis zu 7.2fach erhöhen kann.

In Sachen Bildstabilisator bietet die RX 100 zwei Variationen.

Der „Optical Steadyshot“ sorgt für verwackelungsfreie Bilder und der „Optical Steadyshot Active Mode“ hilft beim Ruhighalten bei Videofilmen. Diese werden übrigens in Full-HD-Auflösung bei maximal 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen und überzeugen erwartungsgemäß durch eine exzellente Qualität. Gerade das gute Rauschverhalten und die starke Anfangsblende von F1.8 verhelfen in nahezu jeder Lichtsituation zu tollen Videoclips.

3. Performance

Im Bereich der Geschwindigkeit kann die Sony RX 100 ähnlich gute Maßstäbe setzen, wie bei der Bildqualität. Die Autofokuszeiten in gutem Licht sind kaum vorhanden und verlangsamen sich nur unwesentlich bei weniger Licht. Besonders beeindruckend sind die Speicherzeiten der RX 100. Selbst bei großen Rohdateien sind die Bildfolgezeiten von ca. einer Sekunde erstaunlich flott und liegt auch bei der maximalen Serienbildzahl mit 10 Bilden pro Sekunde deutlich über dem Durchschnitt einer typischen Kompaktkamera.

Insgesamt eine beeindruckende Leistung im Bereich der Geschwindigkeit, mit der nur ganz wenige aktuelle Kompaktkameras mithalten können.

4. Sonstiges

Viele gute Ausstattungsmerkmale wurden glücklicherweise aus anderen Sony Modellen übernommen. Hier wäre einmal der beliebte und vollautomatische Panoramamodus „Sweep Panorama“, bei dem die Kamera permanent Bilder aufnimmt, während die Kamera gedreht wird und diese Bilder dann automatisch zu einem Panoramabild zusammensetzt.

Ein weiteres hilfreiches Werkzeug das übernommen wurde, ist das „Focus Peaking“. Hierbei wird beim manuellen Fokussieren der entsprechende Bildbereich automatisch vergrößert und wahlweise werden auch scharfe Bereiche farblich hinterlegt.

Neben der eingangs erwähnten Möglichkeit den optischen Zoom durch die „Clear Zoom“-Funktion zu erweitern, gibt es auch bei der Sony RX 100 diverse Möglichkeiten zur kreativen Bildgestaltung. Es können Filter wie HDR und Spielzeug oder auch Teilfarbfilter und Weichzeichner eingesetzt werden, um der Kreativität genüge zu tun.

5. Fazit

Die Sony RX 100 verdient sich zweifelsohne unsere uneingeschränkte Kaufempfehlung. Klassenbeste Bildqualität paart sich mit einer Performance der Spitzenklasse und liefert das alles im Hosentaschenformat. Kleinere Schönheitsfehler sind für uns das fest verbaute Display und die nachlassende Lichtstärke im Telebereich.  Die Sony RX 100 kommt mit einem relativ hohen Preisschild daher, ist aber jeden Cent davon Wert. Wer eine Kamera sucht, die überall dabei sein kann, dabei aber auf gehobene Bildqualität, schnelle Reaktionen und die Möglichkeiten zur manuellen Nachbearbeitung nicht verzichten möchte, wird nur schwer über die RX 100 hinwegsehen können.

Platz 1 Sept. 2012

 

 
 

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